Cartoonzeichner macht aus einer Klage eine Spendenaktion [Update]

The Oatmeal
Image taken from: Wikipedia (Photo credit: The Oatmeal)

Am Montag fand ich auf Facebook ein Wall-Entry von „The Oatmeal„, in dem Matthew Inman – der kreative Kopf hinter „The Oatmeal“, von einem Anwaltsschreiben berichtet. In diesem Schreiben wird Inman dazu aufgefordert $ 20,000 an „FunnyJunk“ zu zahlen.

Zum Hintergrund:

Vor rund einem Jahr schrieb Inman einen Blogeintrag, dass die Webseite „FunnyJunk“ unerlaubt hunderte von seinen Werken ohne Hinweis auf den Urheber hostet. Nicht nur das: Inman schrieb; ich zitiere

They took down the offending images, but since then they’ve practically stolen my entire website and mirrored it on FunnyJunk […]

Inman warf „FunnyJunk“ in seinem Blogpost vor, dass sie „lustige Dinge im Internet sammeln, sie auf ihrer Seite hosten, überall Werbung schalten und sich mit dem Inhalt fremder Leute eine goldene Nase verdienen“ (frei übersetzte Kernaussage). Inman forderte „FunnyJunk“ auf, alle seine Werke von der Seite zu entfernen und beließ es dabei, statt – wie viele andere – eine Klage wegen Urheberrechtsverletzung einzureichen.

Nun, fast ein Jahr nach diesem Blogeintrag erhielt „The Oatmeal“ ein Anwaltsschreiben von Charles Carreon, der im Namen von „FunnyJunk“ agiert und den Cartoonzeichner auffordert 20.000 USD (umgerechnet derzeit ca 15.968 EUR) als Entschädigung an Carreons Mandantin zu überweisen. Grund für die Forderung sei ein erheblicher Imageschaden.

Inman konsultierte seinen Anwalt, wollte sich aber nicht auf einen sinnfreien Prozess wie diesen einlassen. Stattdessen erklärte er in seinem Blogeintrag von Montag, dass er lieber versucht $ 20,000 an Spendengeldern zusammen zu bekommen, davon ein Foto zu machen, dieses dem Anwalt mit einem netten, selbst gemalten Bild zukommen zu lassen und das Geld an die National Wildlife Federation und die American Cancer Society zu spenden.

Mit dem Blogpost startete dann auch der Spendenaufruf und bereits nach einer Stunde hatte Inman die angestrebte Summe erreicht. Heute berichtete unter anderem „Digital Life“ von der Aktion, weshalb mir diese Sache einen Blogeintrag wert ist. Denn Inman hat nun, nur 2 Tage nach dem Spendenaufruf, die Grenze von $ 100,000 geknackt. In der Zwischenzeit hat Anwalt Charles Carreon seine Kontaktdaten von seiner Webseite entfernt, da er mit unzähligen Anfragen durch Inmans Fans überflutet wurde. Mit „dieser Art der Antwort wäre er überhaupt nicht vertraut„, sagte Carreon gegenüber der Onlinemedien.

Diese Aktion zeigt sehr schön, dass man die Macht der Menschen im Internet nicht unterschätzen darf (Wink mit dem Zaunpfahl für Carreon). Ich kann dazu nur sagen: Good job, Matthew. Keep on going!

[Update]

Inzwischen beträgt die Spendensumme knapp über $161,000. Fast 11.000 Spender fanden sich bisher ein, was bedeutet, dass jeder von ihnen im Durchschnitt zwischen $14 bis $15 gespendet hat. Und die Aktion läuft noch 12 weitere Tage. Auf die Frage hin, was Inman mit dem Extrageld machen will, das durch die Aktion zusammen kommt, antwortete er in einem Kampagnen-Update:

One other note: a lot of people have been asking what I plan to do with the extra money we raised over the initial $20,000. 100% of it is going to charity. I’m going to add 2 more charities to the list, in addition to the ACS and the NWF.
(Quelle

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