Weitere iFNGs untersagt

Ihr erinnert euch vielleicht noch an den Amoklauf in Winnenden und dessen Folgen für die eSport-Veranstaltung der Electronic Sports League? Vergangenen Monat wurde die Veranstaltung nach Stuttgart auch in Nürnberg verweigert, ironischerweise ließ man die Internationale Waffenmesse aber gewähren. Das Nürnberger Bürgermeisteramt begründete diese doch sehr paradoxe Entscheidung damit, als Teilgesellschafter hätte die Stadt nicht die Möglichkeit gehabt die Waffenmesse zu untersagen. Da Nürnberg aber Eigentümerin der Meistersingerhalle ist, in der das intel Friday Night Game stattfinden sollte, könne man eben jene Veranstaltung aber ablehnen. Das Event – und damit auch das Projekt „Eltern-LAN“ – soll nun alternativ in Hannover stattfinden.

Vor zwei Tagen ist nun auch Karlsruhe auf den politischen Kreuzzug gegen Computerspiele aufgesprungen. Hier versucht die ansässige CDU ein Verbot von Events solcher Art zu erwirken. Turtle Entertainment kam dem aber zuvor und sagte die iFNG in Karlsruhe ab.

Irritierend ist ja, dass der Oberbürgermeister von Nürnberg, Dr. Ulrich Maly, Mitglied der SPD ist. Wäre wohl besser für ihn zu den konservativen CDU/CSU-Spinnern aus Bayern zu wechseln. Wie auch immer, man erkennt hier sicherlich klare Linien: Die Wahlen stehen bevor und die CDU macht wieder Dampf, was Computerspiele angeht. Ich bin irgendwie etwas verwundert, schließlich will die CDU doch Stimmen haben. Dass sie mit ihrer aggressiven Politik gerade junge Wähler vergraulen, scheint ihnen überhaupt nicht bewusst zu sein. Oder sie sind der Meinung, sie könnten auf diese Stimmen verzichten (getreu dem Motto „Der Großteil von diesen jungen Idioten wählt ohnehin die NPD“ oder sowas in der Art). Ich habe mich schon zu oft über dieses idiotische Thema ausgelassen und muss, wie viele andere, die seltsam irritierende Politik in Deutschland nicht verstehen. Trotzdem will ich hier nochmal eine kurze Passage schreiben – direkt an unsere werten Politiker gerichtet.

Also dann, werte CDU/CSU- und SPD-Politiker (und all jene, die ebenfalls der Meinung sind, Computerspiele wären Teufelswerke). Ich möchte Sie alle bitten sich mal einen Abend frei zu nehmen, eines der vielen „Killerspiele“ zu nehmen und es mal zu spielen. Lassen Sie es sich von Ihren Kindern – so Gott Ihnen gnädig war und Ihnen Fruchtbarkeit geschenkt hat (I hope NOT!) – erklären und daddeln Sie mal eine Runde. Sie werden feststellen, wie beruhigend es sein kann, virtuelle Pixelmännchen über den Haufen zu schießen und das Spiel als Ventil für die über den Tag angestauten Aggressionen zu nutzen.

Außerdem möchte ich Sie ganz dezent (wirklich nur ganz dezent)…

also GANZ DEZENT (!!!!!!!)

darauf aufmerksam machen, dass viele Ihrer Wählerstimmen von UNS kommen (also von den Gamern). Wenn Sie weiterhin der Meinung sind, Computerspiele wären das Werk des Teufels (na Mahlzeit…) und weiterhin glauben, Sie könnten unsere Verfassung munter weiter mit Füßen treten (Wie war das? Recht auf Freiheit? Recht auf eigene Meinung? Kunstfreiheit?), dann machen Sie getrost so weiter. Wenn Sie allerdings glauben, es wäre besser unsere Stimmen für sich zu gewinnen, sollten Sie Ihren politischen Kreuzzug gegen Computerspiele endlich einstellen und sich mal um Dinge von Belang kümmern.

Prost,

ein Wähler, dessen Stimme Sie niemals (!) bekommen

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