Herrmann vergleicht Spiele mit Drogen, Neonazismus und Kinderpornografie

Die Hetzjagd auf Computerspiele mit gewaltdarstellendem Inhalt (kurz „Killerspiele“ genannt) geht weiter. Anlässlich der Verleihung des Deutschen Computerspielpreises machte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) eine Aussage, die nicht nur die Spielebranche erschütterte, sondern auch bei der nordrhein-westfälischen CDU für Kopfschütteln sorgte.

„Killerspiele widersprechen dem Wertekonsens unserer auf einem friedlichen Miteinander beruhenden Gesellschaft und gehören geächtet. In ihren schädlichen Auswirkungen stehen sie auf einer Stufe mit Drogen und Kinderpornografie, deren Verbot zurecht niemand in Frage stellt.“

Daraufhin kam aus den Reihen der CDU NRW vom medienpolitischen Sprecher Thomas Jarzombek:

„Gewaltmedien gehören nicht in unsere Kinderzimmer, daher haben wir in Deutschland den strengsten Jugendmedienschutz weltweit. Das ist richtig und muss auch ausgebaut werden, denn offenbar gelangen nach wie vor Jugendliche an Computerspiele und Filme, die nicht für ihr Alter freigegeben sind. Es ist unsere Aufgabe, die bestehenden Rechtsnormen auch wirklich durchzusetzen. Wer nun auf solche Weise die sachliche Diskussion verlässt, hilft niemandem“

Dass dringend etwas gegen potenzielle Amokläufer getan werden muss, um die Kinder und Jugendlichen an unseren Schulen zu schützen, steht außer Frage. Doch fragwürdig ist durchaus, ob die Richtung, die unsere Politiker derzeit verfolgen, wirklich die Richtige ist. Nach wie vor liegt das Problem in der Gesellschaft und nicht bei Medien, von denen unsere werten Polit-Futzis keine Ahnung haben.

Und was Herrmann angeht: Er soll bitte zurücktreten. Mit seiner diskriminierenden Aussage eine ganze Branche zu verurteilen, geht völlig an der Realität vorbei und zeigt nur seine absolute Inkompetenz in Sachen Politik.

Konsolenjunkie.de erwägt derzeit eine Klage gegen Joachim Herrmann einzureichen – Mininmalziel hierbei ist eine Unterlassungserklärung. Außerdem forderte man den sofortigen Rücktritt des bayrischen Innenministers für diese frevelvolle Entgleisung.

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