Geistig gestört

Vor zwei Tagen berichteten die Medien über eine grausame Tat in einem kleinen belgischen Ort: Ein scheinbar geistig gestörter Mann verschaffte sich Zutritt zu einer Kinderkrippe und lief dort Amok, bei dem zwei Kleinkinder unter zwei Jahren und eine Erzieherin starben und 12 weitere Kinder und Erzieher zum Teil schwer verletzt wurden. Kurz nach der Tat konnte der junge Mann von der Polizei gefasst werden, von dem man ausgeht, er sei geistig gestört. Doch wie sich herausstellte, hatte er die Tat geplant – denn neben einer Vielzahl von Hieb- und Stichwaffen trug er auch eine kugelsichere Weste.

Mal ganz ehrlich: Welcher geistig gestörte Mann trägt eine kugelsichere Weste, wenn er in einem Kindergarten Amok läuft? Gut – die Tatsache, dass er überhaupt auf die Idee kommt Kleinkinder abzustechen, zeugt nicht grade von einem geistig hohen Niveau. Aber eigentlich wollte ich mehr auf das Thema „Todesstrafe“ zu sprechen kommen. Anlass dafür war eine – wenn auch recht kurze – Diskussion im DLH.net-Forum, bei der jemand seine klare Abneigung gegen das Praktizieren der Todesstrafe zum Besten gab und die Hoffnung hat, sie würde endlich überall auf der Welt abgeschafft werden.

Ich habe diesbezüglich eine ganz andere Meinung – ich würde sogar so weit gehen, dass ich die Todesstrafe in jedem Land befürworten würde. Einer der Gründe für diese Meinung sind Geschehnisse wie der eben erwähnte Amoklauf in Belgien. Was macht man nämlich mit dem Täter in den europäischen Ländern, in denen die Todesstrafe längst abgeschafft ist? Man sperrt sie für ein paar Jahre in den Knast und danach in eine Klapse. Schön und gut, aber der Steuerzahler (darunter Eltern, Verwandte, Freunde, Geschwister der Opfer) zahlt so lange für das „Wohlbefinden“ der Inhaftierten, bis diese sterben. Warum also die „Kollateralopfer“ nicht entlasten und den Tätern durch Hinrichtung zum vorzeitigen Ableben verhelfen?

Moralische Bedenken? Die habe ich persönlich nicht – warum sollte man unmoralischen Menschen Moral entgegen bringen? Die Todesstrafe ist lediglich ein in den USA, China und einigen anderen Ländern legitimes Mittel, um den Steuerzahler zu entlasten und Straftäter ihrer gerechten Strafe zuzuführen. Man sagt „Stelle nicht das Leben weniger über das vieler Menschen“ – angenommen, zwei Mörder haben jeweils einen Doppelmord begangen; dann wären die Mörder „die wenigen“ und die Opfer „die vielen“.  Das Leben der wenigen zu verschonen, obwohl sie den vielen das Leben nahmen, wäre für mich unverständlich und würde den Satz „Stelle nicht das Leben weniger…“ usw. völlig sinnlos machen.

Die Todesstrafe ist eben ein Thema, über das man wohl sein ganzes Leben lang streiten kann. Meine Position dürfte an dieser Stelle aber klar sein. Und wenn die Frage aufkommen würde, ob der Mörder in Belgien die Todesstrafe erhalten sollte (würde es diese in Belgien geben), wäre meine Antwort kurz, aber eindeutig: Ja…

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