Never Ending Story

Vor einigen Tagen schrieb ich über eine Diskussion bezüglich der neuen Diablo-Grafik und wie lächerlich ich es finde, dass die so genannten „eingeschworenen Diablo-Fans“ nichts anderes im Kopf haben, als über die Entwickler zu schimpfen und sie des Verrates an ihren treuesten Anhängern zu bezichtigen.  Inzwischen ist diese Diskussion zumindest auf Golem.de abgeflaut, wird an anderer Stelle aber sicher noch einmal von Neuem entbrennen.

Als ich heute einige eher unscheinbare Kommentare zur Diskussion las (die Leute scheinen ein Problem damit zu haben ordentliche Überschriften zu wählen), sammelte ich mal die Fakten (sofern sich zwischen all dem Spam der Mitläufer-Idioten welche finden ließen). Als erstes Argument will ich hier mal die Petition gegen den neuen Grafikstil nennen, die rund 54.000 Leute unterschrieben haben (zumindest hat die Petition soviele Unterschriften – wie viele reale Personen dahinter stehen, ist eine andere Sache): Wow, 54.000 Unterschriften – das ist eine Menge, wirklich. Aber verglichen mit der Zahl der weltweiten Diablo-Spieler, die in die Millionen geht, ist das nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Dennoch machen diese 54.000 Unterschriften für die „Demonstranten“ eine ganze Menge aus. 54.000 Leute – das sind rund 9,2 % der Essener Bevölkerung (die Stadt hat gut 582.140 Einwohner – mich wahrscheinlich mit eingerechnet) oder gerundet 1,6 % der Berliner Bevölkerung (bei rund 3.418.677 Einwohnern). Geht man von einer Verkaufszahl von etwa 18 Millionen Diablo-Exemplaren (Diablo 1+2) aus, wären das demnach genau 0,3 % aller Spieler weltweit – jetzt sollte langsam klar werden, dass diese Grafikfetischisten auf verlorenem Posten stehen.

Ein weiteres Argument, weshalb die neue Diablo-Grafik beschissen sei: Diablo war bisher immer sehr dunkel und farbenarm. Wenn ich diese Behauptung lese, frage ich mich wirklich, von welchem Spiel diese Leute reden. Diablo 1 – gut, war zugegebenermaßen recht düster – hatte für mich aber häufig den Nachteil, dass ich viele Dinge übersehen habe (damals mit dem 15″ Röhrenmonitor bei einer Auflösung von 640×480 – Röhrenmonitore stellen die Grafik im Allgemeinen etwas dunkler dar, als die heutigen TFT-Bildschirme). Dafür waren die Monster meist so knallbunt, dass man sie wenigstens nicht übersehen konnte.

Diablo 2 – farbenarm, düster? Hm… nein, nicht wirklich. Wurde man vergiftet, schimmerte alles im knalligen grün, wurde man mit Eiszaubern bombardiert, wurde die ganze Umgebung schimmernd blau. Und von den vielen Rottönen, die einem ins Auge stechen, will ich gar nicht erst reden. Vergleicht man mal die Grafik von Diablo 2 mit der von Diablo 3, erscheint einem die neue Grafik gar nicht so schlecht. Sicher, sie ist ungewohnt (andere wiederum sagen „WoD – World of Diablo“ dazu, weil die Grafik stark an World of Warcraft erinnert). Doch wenn diese Grafik so WoW-mäßig ist, wieso hat sich dann noch niemand bei Starcraft 2 darüber beschwert? Da wird – soweit ich das erkennen konnte – die gleiche Grafikengine verwendet.

Also was zum Geier ist euer Problem, ihr Grafikfetischisten? Wenn es euch nicht gefällt, kauft euch das Spiel halt nicht. Dann sind es eben 54.000 Exemplare weniger, die Blizzard verkauft; davon werden die Jungs schon nicht sterben.

One thought on “Never Ending Story”

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s