Totale Grafikverblendung

Heute habe ich mich wieder einmal in eine Diskussion bezüglich der „Bonbongrafik“ von Diablo 3 eingeklinkt. Ich kann es einfach nicht verstehen, wie grafikverblendet die heutige Spielercommunity doch ist. Direkt nach Bekanntgabe der Entwicklung und Veröffentlichung von ersten Anschauungsmaterialien (Screenshots, Videos) entbrannte eine hitzige Diskussion wegen des neuen Grafikstils von Blizzard, die in ihrem neusten Diablo-Teil mehr auf plastische Modelle und bunteres Aussehen setzen (frei nach Lead Producer Keith Lee: „Color is your friend“).

Es erschreckt mich zu sehen, dass soviele Spieler Sturm laufen, nur weil ihnen die Grafik nicht gefällt. Ist das heutzutage alles, was zählt? Grafik? Sicher, wer eine Grafikkarte der neusten Generation hat, will sie natürlich bis zum Äußersten belasten. Aber liegt es nicht bei den Entwicklern, wie sie ihr Spiel kreieren? Wenn ich mich in eine solche Diskussion einschalte, schlage ich den Grafikverblendeten erst einmal folgende Argumente um die Ohren: Gameplay, Story, Charakterentwicklung, Sammlerdrang. Das sind die vier wichtigsten Faktoren, die mich dazu bewegten Diablo von der ersten Stunde an ausgiebig zu spielen. Es interessiert mich nicht, wie die Grafik aussieht – ob sie nun grau und trist und realistisch oder bunt, abwechslungsreich und fantasievoll ist. Die Hauptsache für mich besteht darin, dass mich das Spiel lange Zeit fesselt. Die Grafik allein kann diesen Effekt nicht hervor rufen. Natürlich bin auch ich ein Grafikfanatiker, auch wenn ich eine etwas betagtere Grafikkarte besitze (nVidia GeForce 7300 GS) und mich bei neuen Spielen entsprechend zurückhalten muss. Doch ich bevorzuge realistische Grafik eher bei Shootern, als bei Spielen wie Diablo.

Mir ist es jedenfalls völlig gleich, wie das Spiel letztlich aussehen wird – hauptsache, es hat den gleichen Charme, wie die Vorgänger. Wer wegen der Grafik rumflennt, soll zu Brettspielen wechseln und sie ihren Vorstellungen entsprechend bemalen, um glücklich zu sein.

4 thoughts on “Totale Grafikverblendung”

  1. Grundsätzlich geb ich dir recht, Para. Dieses künstliche Aufregen über den ach-so-schlimmen Grafikstil von D3 ist echt nervig.

    Zwei Punkte hab ich dennoch:
    – Charakterentwicklung? Bei Diablo (2) ?! Ich glaub, ich hab was verpasst. Paar Skills aufleveln und ein paar Punkte auf Attribute stecken ist doch noch lange keine Charakterentwicklung. Die muss auch abseits der Werte stattfinden. Genau deshalb ist Diablo übrigens auch kein Rollenspiel, aber das wäre jetzt off-topic.

    – Lass Brettspiele in Ruhe! Die sind toll! :D

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  2. „Charakterentwicklung“ ist eine Frage der Definition. Dass Diablo kein Rollenspiel, sondern Hack’n’Slay ist, weiß ich selber. Charakterentwicklung beginnt für mich aber schon ab dem Punkt, an dem man die Fähigkeiten seines Chars beeinflussen kann (eben durch das Verteilen von Punkten auf diverse Attribute) sowie das Auswählen von Fertigkeiten.

    Dass ein Rollenspieler wie du sich mit sowas nicht zufrieden gibt, steht natürlich auf einem anderen Blatt Papier :)

    Und Brettspiele sind doof :P

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